Parka “Granaten aus Licht”
Ich hatte diese junge deutsche Band schon länger auf dem Schirm. Aber jetzt geht es nicht mehr anders, als über diese Combo zu berichten. Über den Bandnamen lässt sich sicherlich streiten. “Parka”, das Wort erinnert mich an meine Schulzeit in den späten Siebzigern, an dieses ungeliebte Kleidungsstück, das mir mütterlicherseits immer bei Regen empfohlen wurde. But, who cares…hier geht es ja um Musik. Genauer gesagt,um Gitarrenrock mit deutschen Texten.
Ja, da gibt es eine Menge Bands in diesem Land, die sich in diesem Genre tummeln. Aber Parka ist anders, intensiver, mit Songtexten, die einen gehörigen Schuss des süssen Giftes “Melancholie” in den Cocktail gemischt haben. Da geht es nicht wie so oft in den Textpassagen “um reim dich oder ich fress dich”, das ist wirklich tief gefühlt und vom Frontmann und Sänger Martin “Fly” Fliegenschmidt intensiv präsentiert.
Was mir an dem neuen Song “Zahltag” besonders gefällt. Endlich mal gibt es wieder ein langes Intro, die Dramaturgie baut sich so langsam auf, um das Ende zerspringen zu lassen. Dies ist ein Songstilmittel früherer Jahre, und leider durch die Radiovorgaben der Neuzeit (gewünschte 3,5-4 Minuten) fast ausser Mode geraten.
Einen Song aus der aktuellen EP “Granaten aus Licht” möchte ich besonders hervorheben. Wer hat sich nicht an das “Lieblingslied” erinnert, wenn eine Liebe zu Ende ging; oder dieses “Lieblingslied” immer und immer wieder bei Kerzenschein und Herzenssprüngen gehört. Und manchmal, ja manchmal geht das ganz, ganz tief in deine Seele hinein. Parka, macht euer Ding, so zwischen U2 und Wolf Maahn…..
Parka über PARKA…
Immer dann, wenn die Welt ihre Spuren hinterlässt, sie die Seele erschüttert oder an den Nerven zerrt – immer dann entstehen auch Texte, die unbestimmte Gefühle in große Worte wandeln und sich zitierfähig in die Köpfe brennen. Und genau diese Texte sind es, die die Songs von PARKA ausmachen. Fernab von Standardfloskeln und Pop-Einerlei schafft es Sänger und Texter Martin “Fly” Fliegenschmidt, tiefe, berührende Zeilen zu schreiben, die immer auch durchzogen sind von der Suche nach sich selbst und nach dem Wahrhaftigen im Leben. Zeilen zwischen Überschwang und Weltschmerz – voller Momente, die jeder von uns kennt.
Dafür, dass diese Zeilen mit der nötigen Wucht in den Herzen ankommen, sorgen neben Martin Fliegenschmidt auch Bassist Gianni Dedola und Drummer Raphael Sbrzesny. Die durchdringende Melancholie in der Stimme des Frontmanns kommt mal auf einem sachten Bassteppich, mal begleitet von Synthieklängen daher, um im nächsten Augenblick angeheizt von treibenden Drums zu detonieren. Durchzogen mit eingängigen Melodien knüpfen PARKA auf diese Art Song für Song zu einem Gesamtbild, das von ihrer enormen Live-Präsenz gekrönt wird. Sicher erfinden sie damit den deutschsprachigen Indie-Rock nicht neu, aber sie demonstrieren zu welcher emotionalen Größe er tatsächlich fähig ist.
Mit ihrer zweiten EP “Granaten aus Licht” machen sie nun einen weiteren Schritt aus dem Schatten etablierter deutscher Bands. Und das können die drei Jungs aus Köln und Stuttgart durchaus selbstbewusst tun. Mit dem deutschen Rockpreis 2007 und als Support-Act für Silbermond, Revolverheld oder Die Happy haben sie ihre Qualitäten auch einer großen Öffentlichkeit schon mehrfach unter Beweis gestellt.













