Die Zukunft gehört dem Streaming von Musik

BCB Logo hellIm digitalen Musikvertrieb werden sich die weltweiten Umsätze bis zum Jahr 2015 nahezu verdreifachen, prognostizieren die Marktforscher von Ovum. Die großen Wachstumschancen sehen die Experten dabei jedoch nicht im Download-Geschäft, sondern im Online-Streaming.

Im Geschäft mit dem Verkauf von Musik steckt nicht mehr viel Musik, könnte man sagen. Die beiden Wörter Musikindustrie und Krise hört man seit Jahren regelmäßig in einem Satz. Seitens der Musikindustrie wird dafür regelmäßig die illegale Verbreitung von Musik über das Internet (etwa durch Filesharing) als Hauptursache verantwortlich gemacht.

Überall Musik

Ich denke, dass der Schaden tatsächlich sehr groß ist, aber noch wichtiger erscheinen mir Veränderungen im Mediennutzungsverhalten der Menschen. Zum einen konkurrieren heute mehr verschiedene Medien- und andere Freizeitangebote um Zeit und Geld der Verbraucher. Zum anderen ist Musik allgegenwärtig, sie kommt auf sehr vielen verschiedenen Wegen zum Nutzer. Selbst wenn man das gewaltige legale und illegale Musikangebot im Internet ausklammert, bleibt noch eine Fülle digitaler Medien übrig.

Besonders interessant ist momentan das wachsende Angebot an Streaming-Diensten wie in Deutschland beispielsweise simfy, wo inzwischen über 8 Millionen Songs zum individuellen Abruf größtenteils kostenlos zur Verfügung stehen. Wie viel Musik muss man noch kaufen, wenn nicht nur in der ganzen Wohnung über WLAN schnelle Internetverbindungen möglich sind, sondern bei der mobilen Internetnutzung bald ebenfalls überall mit DSL-Anschlüssen vergleichbare Bandbreiten zur Verfügung stehen?

Streaming als Ausweg

Die Marktforscher von Ovum sehen im Trend zum Music Streaming allerdings die Chance auf stark steigende Umsätze für die Musikindustrie und damit letztlich für eine Überwindung der Krise. Die Analysten halten es für möglich, dass die globalen Umsätze im digitalen Musikvertrieb von heute 7,5 Milliarden Dollar auf mehr als 20 Milliarden Dollar im Jahr 2015 steigen.

Dem Download-Markt trauen sie allerdings nur wenig zu. Das Wachstum soll aus Abo-Modellen kommen, die zu Preisen, die ungefähr dem einer Kauf-CD entsprechen, einen Monat lang Zugriff auf Millionen von Songs ermöglichen. Bis vor nicht langer Zeit konnte man Streaming-Dienste im Grunde nur von zu Hause oder am Arbeitsplatz sinnvoll nutzen, doch mit dem Boom bei Smartphones und dem Aufkommen bezahlbarer schneller Internetverbindungen von Mobilfunkunternehmen muss man auch für den Musikgenuss unterwegs keine Musikdateien mehr besitzen.

Die Marktforscher betonen jedoch, dass der Chance auf Erholung das große Gratis-Angebot im Internet entgegenstehen könnte. Neben illegalen Quellen für Musik bieten Webradios und kostenlose (werbefinanzierte) Streaming-Angebote so viele kostenlose Möglichkeiten zum Musikhören, dass viele Konsumenten deshalb auf auf den Abschluss eines Abonnements verzichten könnten.

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Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
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