Neuer Radiostandard DAB+ ab Montag

Logo der RadiozentraleMit dem neuen Monat gibt es in Deutschland einen neuen Anlauf für Digitalradio. Der neue Übertragungsstandard DAB+ soll schaffen, was dem Vorgänger DAB (Digital Audio Broadcasting) nicht gelang: den digitalen Radioempfang in Deutschland zu etablieren.

DAB bzw. DAB+ sind zwar nicht die einzigen Standards, nach denen digitaler Radioempfang in Deutschland möglich ist. Im Direktempfang via Satellit und beim Kabelradio gibt es schon lange die Möglichkeit, digital Radio zu hören. Für die meisten Radiohörer bedeutet Radio hören aber, das Medium analog-terrestrisch über UKW zu hören, wie schon die Großeltern es taten.

Das Radio von heute ist von gestern

Der technische Fortschritt ist an den Radiohörern weitgehend vorbeigegangen. Es ist absurd, dass selbst moderne Smartphones (letztlich Mini-Computer mit Internetzugang und Telefonfunktion) standardmäßig über ein analoges UKW-Empfangsteil verfügen. Da könnte man statt eines MP3-Players auch einen Plattenspieler ins Handy einbauen! Und statt News-Apps zu installieren ein Fach einbauen, in das der Zeitungsbote jeden Morgen die frisch gedruckte Ausgabe der Tageszeitung steckt… Die Medienwelt ist längst eine überwiegend digitale Welt.

Beim Radio ist eine Analogabschaltung dagegen noch längst nicht in Sicht. Von morgen an bessert sich die Lage ein Stück, denn mit DAB+ werden eine größere Programmvielfalt, ein bequemerer und technisch besserer Empfang sowie digitale Zusatzdienste möglich. Die Stärke von Radio als stark lokal oder regional geprägtem Medium ist nicht zuletzt eine Folge der geringen Reichweite von UKW-Sendern. Mit DAB+ werden einige Radioprogramme dagegen endlich bundesweit zu empfangen sein.

Welche Sender sind bei DAB+ bundesweit zu hören?

Ein Dutzend Radiosender macht den Anfang im nationalen Multiplex: 90elf, Absolut Radio, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, Deutschlandradio Wissen, Energy, ERF Radio, Radio Horeb, Kiss FM, Klassik Radio, Lounge FM und Radio Bob gehen deutschlandweit auf Sendung, zwei weitere Radiosender werden bald folgen. Die technische Infrastruktur ist allerdings noch im Aufbau, sodass ein DAB+ Empfang zuerst vor allem in Ballungsräumen möglich sein wird. Nicht alle Sender sind im Standard DAB+ für den bundesweiten Empfang bestimmt. Zusätzlich werden weitere öffentlich-rechtliche und private Sender regional begrenzt ihre Programme verbreiten.

„Digitalradio gibt der Radionutzung eine neue Dimension: Die neuen Angebote und die neue Technik bereichern zweifellos den Markt auf Hörer- und Werberseite. Durch das konzertierte Zusammenspiel aller Akteure – von den Programmanbietern, Netzbetreibern, Geräteindustrie bis hin zur Politik – kommt das bundesweite Digitalradio jetzt ins Fliegen. Die Anbieter setzen zudem großes Vertrauen in die neue DAB+ Technologie. Koordiniert von einem gemeinsamen Projektbüro und unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft und den Ländern haben sich die Macher daher beim technischen Dienstleister Media Broadcast vertraglich auf zehn Jahre verpflichtet“, resümiert Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale.

Die Radiozentrale ist eine Gattungsmarketing-Initiative der öffentlich-rechtlichen und privaten Radiostationen. Sie unterstützt den neuen digitalen Empfangsstandard: „Da die digitale Verlängerung in Web und Mobile die Radionutzung bereits dynamisiert hat und für mehr Augenmerk bei Nutzer und Werbewirtschaft sorgt, glauben wir an die digitalen Chancen für Radio. Da es den ‚One and only‘-Weg zum Nutzer in der digitalen Welt nicht mehr gibt, müssen wir auf allen Wegen zum Nutzer kommen. Daher braucht Radiodeutschland eine digitale Mix-Strategie, die sowohl terrestrische Rundfunknetze wie DAB+ als auch das (mobile) Internet umfasst“, so Kuckuck weiter.

Rundfunk hat Vorteile

So wichtig das Internet inzwischen als Empfangsweg geworden ist: Um ein großes Publikum zu erreichen, ist Rundfunktechnologie wie bei DAB+ der bessere Weg. Anstatt das Signal nur einmal zu senden, wird bei Internetradio sozusagen für jeden einzelnen Hörer gesendet: Die gleichen Daten werden tausendfach gesendet, was für viel Datenverkehr und entsprechend hohe Kosten sorgt.

Empfangsgeräte für DAB+ gibt es bereits, vom kleinen Radiowecker bis zur großen Stereoanlage sind alle Größen vertreten. Mit einem für DAB+ geeigneten Empfänger können auch DAB-Programme gehört werden, sie sind abwärtskompatibel. Wer über den Kauf eines neuen Radiogeräts nachdenkt, sollte sich nach Geräten umsehen, die neben DAB+ auch UKW unterstützen und am besten zusätzlich den Empfang von Internetradios ermöglichen, um auf keinen interessanten Sender verzichten zu müssen.

Hörtipp: Auf der Website von DRadio Wissen könnt Ihr Euch einen interessanten Beitrag zum Thema anhören.

Wie hört Ihr Radio, welche Empfangswege nutzt Ihr?

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
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