Findet Ihr manchmal einen Song heimlich gut? Lebt es aus!

BCB Logo hellHeute möchte ich dazu aufrufen, Euren verheimlichten Musikgeschmack auszuleben. Und gleichzeitig davor warnen, diese Information mit Euren Freunden zu teilen.

Ein gemeinsamer Musikgeschmack ist ein wichtiges verbindendes Element in verschiedenen Gruppen. Um sich das klarzumachen muss man gar nicht weit ausholen, man muss nicht gleich auf Punk-, Hip-Hop- oder Techno-Kultur zu sprechen kommen. Allerdings dürften mit einem kurzen Blick in diese Richtung letzte Zweifel ausgeräumt sein, wie bedeutend Musik für das Zusammenleben, ja für ein Wir-Gefühl sein kann.

Zu welcher Art von Musik wir uns öffentlich/in einer Gruppe bekennen, sollten wir uns aber gut überlegen, weil das ebenso gut ein trennendes Element sein kann. Ihr werdet meine Warnung, den wahren Musikgeschmack allenfalls mit seinen engsten Freunden oder dem Lebenspartner zu teilen, aber ansonsten für sich zu behalten, für stark übertrieben halten. Aber wisst Ihr was?

Unbewusste Selbstzensur

Die meisten Menschen gehen vermutlich noch viel weiter, indem sie gar nicht erst einen von den Erwartungen ihrer Bezugsgruppen abweichenden Musikgeschmack entwickeln. Zu einem abweichenden Musikgeschmack zu stehen kann bei den anderen zu erheblichen Irritationen führen. Wer seine Hip-Hop-Freunde einlädt und plötzlich mal Musik von Miley Cyrus, Ashley Tisdale, Selena Gomez und Demi Lovato auflegt, kann mit heftigen Reaktionen rechnen. Ihr macht Euch jetzt vielleicht schon Sorgen, warum ich diese Künstlerinnen als Beispiel ausgewählt habe, wieso ich deren Musik überhaupt einordnen kann.

Zur Klarstellung: Einzelne Songs, Alben oder Künstler öffentlich zu empfehlen, ist nicht das, wovor ich warne. Dabei nimmt man eine bewusste Auswahl vor. Wenn man innerhalb einer Community ein Pseudonym nutzt und seinen Account nicht mit Diensten wie Facebook, wo man mit seinem echten Namen angemeldet ist, verknüpft, muss man eh nicht zurückhalten.

Die Vielfalt wartet

Neulich habe ich hier im Blog die Frage “Gibt es Songs, die Ihr Euch zweimal anhört?” gestellt. In dem Beitrag habe ich die Chance angesprochen, durch neue Nutzungsformen von Musik aus den üblichen Hörgewohnheiten auszubrechen. Streaming-Portale, die gratis oder gegen eine geringe Gebühr das Anhören von mehreren Millionen Liedern ermöglichen, halte ich für einen ganz großen Schritt nach vorne. Lässt man sich auf das enorm große Angebot ein, erlebt man damit eine Vielfalt, die man vorher noch nicht kannte.

Dem Verlangen nachgeben – es ist so leicht

Wenn man ein Lied aus dem Radio früher “heimlich” gut fand, konnte man darauf hoffen, dass es demnächst wieder zu hören sein wird. Aber gezielt anhören konnte man es sich nicht, dafür hätte man sich ja die Platte, die CD oder zumindest die Datei kaufen müssen. Wenn der Country-Fan heute spontan Lust auf Gangster-Rap bekommt, kann er ihn sich den ganzen Tag anhören, ohne seiner Musiksammlung einen neuen Charakter zu geben.

Mir haben schon immer viele verschiedene Musikrichtungen gefallen, weshalb ich viel Geld für Platten ausgab. Meine große Sammlung war mir wichtig, doch jetzt erlebe ich das vielfältige Angebot auf einem ganz neuen Level. Ich kann nur jedem empfehlen, es selbst auszuprobieren.

Mit Streaming-Portalen Millionen Songs gratis oder für ein paar Euro nutzen

Die derzeit einfachste Möglichkeit bietet in Deutschland das Streaming-Portal simfy.de. Wer einen kostenlosen Account anlegt, kann 20 Stunden pro Monat kostenlos auf Millionen von Songs mit seinem Computer zugreifen. Wer keine Zeitbeschränkung möchte oder keine Werbespots hören will, kann sich für 4,99 Euro ein Abo leisten. Für 9,99 Euro kann man seine Musik-Flatrate auch abseits des PCs auf einem BlackBerry, iPhone oder Android-Smartphone nutzen. Es gibt mehrere andere Streaming-Dienste wie zum Beispiel Musicload Nonstop, Napster, Music Unlimitted (ehemals Qriocity) oder das neue “Juke – mymusic”, die ähnliche Leistungen zu ähnlichen Preisen bieten. Bevor man sich für ein kostenpflichtiges Abo entscheidet, sollte man sich die Vor- und Nachteile im Detail allerdings genau ansehen – Testabo hin oder her.

Vor Community-Funktionen wird gewarnt

Typischerweise gibt es Community-Funktionen bzw.  Social Media-Funktionen, über die man andere an seinen eigenen musikalischen Vorlieben teilhaben lassen kann. Genau an diesem Punkt rate ich zwar (siehe oben) zur Zurückhaltung. Ich bin allerdings optimistisch, dass die jederzeitige Verfügbarkeit von Millionen Songs aller Musikrichtungen tatsächlich zu mehr Vielfalt im Hörverhalten und damit letztlich zu mehr Toleranz gegenüber “Andershörenden” führen wird.

Mein Musikgeschmack hat sich in den letzten Jahren zwar nicht grundlegend verändert, doch: Ich höre jetzt stärker nach aktueller Stimmungslage. Außerdem höre ich mir gerne mal Musik an, die ich mir nicht kaufen würde. Mir ist aufgefallen, dass dieses Ausbrechen aus meinen Hörgewohnheiten sehr erfrischend ist.

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Über Oliver Springer

Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.

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