simfy dampft Gratis-Angebot ein – seit heute bin ich zahlender Kunde

BCB Logo hellDas bekannte deutsche Musik-Streaming-Portal simfy hat am Wochenende seine User mit neuen Einschränkungen beim Gratis-Angebot überrascht. Nur noch fünf Stunden im Monat kann man den Service kostenlos nutzen. Manche Lieder sind in der Gratisversion nur noch als 30-Sekunden-Snippets zu hören.

Die E-Mail vom simfy-Team, die über die deutlichen Einschränkungen des Streaming-Dienstes informierte, löste bei mir zunächst keine positiven Gefühle aus. Es ist noch nicht lange her, dass die Gratis-Nutzung auf 20 Stunden pro Monat begrenzt wurde – nun wird der kostenlose Teil des Angebots schon wieder verschlechtert! Das gibt sicher Ärger mit den Usern, dachte ich mir. Und richtig: Auf Facebook und einigen Blogs hatten schon viele simfy-User ihrem Ärger Luft gemacht. Tenor: Es sei eine Frechheit, was sich simfy da erlaube. Oft war zu lesen, dass man sich auf der Stelle von simfy verabschieden werde.

Endlich dafür bezahlen!

Ich suchte schon länger nach einer „Rechtfertigung“, zahlender Kunde werden. Mir hatte simfy schon letztes Jahr sehr gut gefallen, vor allem der großartige Web-Player sorgte dafür, dass ich vom ersten Kontakt an eine ausgesprochen positive Einstellung hatte. Mit inzwischen über 13 Millionen Songs ist die Auswahl jetzt noch sehr viel größer, was für mich ein entscheidendes Kriterium für die Wahl eines solches Dienstes darstellt.

Musik höre ich auf verschiedenen Wegen, simfy ist da nur eine Säule meiner musikalischen Versorgung.  Deshalb kam ich mit den 20 Gratis-Stunden gerade so hin. Allein aus Überzeugung zahlender Kunde zu werden, obwohl es nicht nötig war, wollte ich nicht, so überzeugt ich von Paid Content an sich auch bin. Deshalb freue mich, dass simfy mir durch die Beschneidung des Gratis-Angebots nun endlich einen Grund gegeben hat, Premium-Nutzer zu werden.

Knapp 60 Euro pro Jahr

Das kostet mich 59,99 Euro für ein ganzes Jahr. Auf den Monat umgerechnet sind das bloß 4,99 Euro. Das ist billig, eigentlich zu billig. Für diesen Betrag bekommt man beim Kauf von Musik noch nicht einmal ein einziges aktuelles Album, selbst Download-Alben sind bei Neuerscheinungen deutlich teurer. Ein zusätzlicher Vorteil der kostenpflichtigen Musik-Flatrate ist das Fehlen von Werbespots, die sonst ab und zu zwischen den Songs zu hören sind.

Wer simfy nicht nur am Computer (Windows-PC oder MAC), sondern außerdem auf dem Smartphone nutzen möchte, zahlt umgerechnet rund 10 Euro im Monat. Für mich als Blogger im Homeoffice lohnt sich das allerdings nicht. Also „unterstütze“ ich simfy erst einmal mit rund 5 Euro im Monat. Gerade eben habe ich auf Premium-Mitgliedschaft umgestellt.

Bevor ich die vielen sehr negativen Kommentare im Netz zu den Veränderungen gesehen hatte, wollte ich andere Cloud-Musikdienste als Alternativen ausprobieren, etwa Napster, Musicload Nonstop (von der Telekom), Music Unlimited (im Sony Entertainment Network) oder JUKE (von Media-Saturn). Angesichts der Dreistigkeit, mit der viele Nutzer sich darüber beschweren, nun weniger geschenkt zu bekommen, solidarisiere ich mich allerdings mit simfy.

Eine Frage der Wertschätzung

Mich stört nicht nur diese Anspruchshaltung, mit der zahlreiche Personen davon auszugehen scheinen, sie hätten ein Recht darauf, unbegrenzt kostenlos Musik zu hören. Mich stört genauso die fehlende Wertschätzung für all die Menschen, die in der Musikindustrie (den Begriff wähle ich ganz bewusst) arbeiten. Von den Bands selbst bis hin zu den Betreibern von Streaming-Portalen arbeiten sehr viele Leute jeden Tag dafür, dass uns heute großartige Möglichkeiten zur Verfügung stehen, Musik in vorher nie gekannter Auswahl auf verschiedenen Wegen zu hören. Wer einen solchen Streaming-Dienst intensiv nutzt, sollte bereit, 5 Euro pro Monat dafür zu zahlen. Reich wird davon in der Musikindustrie wohl kaum jemand.

In die Zeiten, in denen ich regelmäßig dreistellige Beträge in Schallplatten investiert habe, möchte ich nicht zurück. Umso mehr ist die viel günstigere Premium-Mitgliedschaft bei simfy für mich etwas, von dem ich auch andere überzeugen möchte. Die Zukunft solcher Streaming-Portale hängt davon ab, dass sie genügend Musikfans etwas wert sind.

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
Kontakt: Webseite

2 Kommentare zu simfy dampft Gratis-Angebot ein – seit heute bin ich zahlender Kunde

  1. Lieber Oliver,

    da gebe ich dir uneingeschränkt recht! Ich bin selbst Musikschaffender und weiss nur zu genau, was selbst ein Low-Budget-Projekt (siehe Bussi Man, Doc Ben G.) an Zeit, Kraft und Geld kostet. Wir müssen nicht nur an die Fettverdiener in der Musikindustrie denken, sondern an all die kleineren, jungen Bands und Musiker, die mit Leidenschaft ihre Projekte durchziehen. Ich kenne genügend Menschen dieser Art. Ein überteuerter Hamburger oder eine Currywurst wird unbedenklich gekauft, aber Musik und Kunst, warum dafür bezahlen, nicht wahr, liebe Umsonst-Downloader??!!

  2. Toller Beitrag, und aus dem genau selben Grund bin ich nun auch wieder simfy Premium Kunde.

    Ich bin intensiver Musikhörer – komme sicherlich auf mind 5 Stunden am Tag (den Rest des Tages höre ich Hörbücher und Hörspiele) – Musik gibt mir echt extrem viel und Simfy hat eine tolle Auswahl (wie ich dort im Blog schrieb zb auch deutlich MEHR als Napster) – ich bin gern bereit das zu unterstützen – werde allerdings nach der 4,99 phase wohl das größere Angebot inkl Android nehmen weil ich doch mehr auf meinem Galaxy Tablet höre, als ich zuerst dachte.

    War zuerst auch gierig und habe gedacht toll alles für lau, aber irgendwann denkste nach, und möchtest die Arbeit auch würdigen. Ich zumindest fühle mich mit meinem Premium sehr gut!

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