Nicht nur Plattenschrank und CD-Regal verschwinden

BCB Logo hellWenn bald alle möglichen Medien nur noch in digitaler Form genutzt werden, wird sich bei Euch zu Hause einiges ändern. Im Bereich Musik ist die Digitalisierung schon relativ weit vorangeschritten. Bei Büchern dagegen greift derzeit nur eine überschaubare Zahl Leser zu E-Books.

Seht Euch einmal bewusst bei Euch zu Hause um und fotografiert Eure Wohnung bei der nächsten Gelegenheit am besten so, dass Ihr bei jedem Raum gut sehen könnt, was sich alles darin befindet! Es wird gar nicht so lange dauern, bis diese Aufnahmen in ein Museum passen werden. Die fortschreitende Digitalisierung sorgt dafür, dass sich unsere Wohnumgebung stark verändert.

Vor rund anderthalb Monaten gab es einen interessanten kleinen Artikel auf futurezone.at, der davon handelte, dass Möbelhersteller wie IKEA auf die digitale Mediennutzung reagieren. Das bekannte „Billy“-Regal des schwedischen Möbelhauses erhält ein neues Design, auch andere Produzenten von Möbeln stellen sich auf veränderte Lebensstile ein. E-Books und MP3s kann man sich nicht ins Regal stellen. Auf eine nur fingernagelgroße Speicherkarte passen in elektronischer Form ganze Regalwände voller Bücher.

Es geschieht nicht von heute auf morgen

Noch ist es bei mir zu Hause ziemlich eng, weil für all die Platten, CDs, Musikkassetten, Bücher, Zeitschriften, Software-Verpackungen, Videokassetten und Papiere aller Art eigentlich nicht genug Platz zur Verfügung steht – obwohl ich vor dem letzten Umzug schon kistenweise Bücher entsorgt hatte. Das Meiste davon könnte ich längst weggeben, aber ich hänge daran. An veralteten Nachschlagewerken oder Fachbüchern hängt mein Herz nicht, aber generell sträube ich mich dagegen, meine gelesenen Bücher aufzugeben.

Selbst wenn ich mal eine lange Auszeit zum Digitalisieren des analogen Teils meiner Musiksammlung nehmen sollte, bliebe noch das Problem, dass ich die Originale anschließend nicht weggeben dürfte, ohne die Kopien in Dateiform zu löschen. Aber: Neu Gekauftes kommt in die Sammlung schon seit Jahren nur noch digital – und selbst die digitale Musiksammlung wächst nicht mehr so schnell, seit es Streaming-Dienste wie simfy gibt. Um Millionen von Liedern jederzeit hören zu können, muss man sie nicht erst herunterladen – die Musik bleibt in der Cloud.

Wenn das alles nicht mehr da ist

Denke ich mir alle gedruckten Bücher, Fotokisten, Videokassetten, Schallplatten, Musikkassetten, CDs, Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Ordner und Papiere weg, weiß ich gar nicht, wie ich den vielen freien Platz füllen sollte. Die Zukunft des Wohnens wird bestimmt von freier Fläche und Leere, scheint es mir. Küche und Bad betrifft das kaum, was wohl daran liegt, dass der Mensch sich (zumindest in absehbarer Zeit noch) nicht von seiner körperlichen Existenz und den damit verbundenen körperlichen Bedürfnissen lösen kann.

Ja, das sehe ich als nachteilige Beschränkung an. Medieninhalte wie Musik dagegen können schon heute unglaublich flexibel genutzt werden. Was in der Cloud steckt, ist überall für uns verfügbar – obwohl oder sogar weil wir es nicht in unserem Besitz haben. Wie unser auf Sammeln programmiertes Steinzeitgehirn damit klarkommt, wird sich zeigen. Wie sehen Eure Erfahrungen aus?

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
Kontakt: Webseite

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website benutzt Cookies. Wenn Du die Website weiter nutzt, stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Bitte beachte unsere Informationen zum Datenschutz! Link zum Datenschutzhinweis

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen