Musik-Streaming-Dienst Rdio in Deutschland gestartet

Seit Kurzem gibt es eine deutsche Version von Rdio. Der Streaming-Service ermöglicht auf zahlreichen Endgeräten das Anhören von mehr als 12 Millionen Liedern. Ihn gratis zu testen, ist ausgesprochen einfach. Ein klarer Pluspunkt!

Logo: Rdio
Logo: Rdio

Hier im Blog haben wir über Streaming-Dienste für Musik schon oft berichtet. Die Auswahl an Services, die auf die eine oder andere Art Musik aus der Cloud bieten, wächst. Der neueste Deutschland-Start ist der von Rdio. Dabei handelt es sich nicht um einen Tippfehler, man spricht den Namen auch nicht wie „Radio“ aus, sondern „ar-die-oh“. Letzteres ist die von Rdio selbst gelieferte Aussprachehilfe.

Die großen Labels sind dabei

Gegründet wurde Rdio 2010 von Carter Adamson, Janus Friis und Niklas Zennström. Die beiden Letzteren werden in der ersten deutschen Pressemitteilung als die Macher von Skype bezeichnet. Schon richtig, aber vielen Musikhörern sind sie vielleicht eher als die Erfinder der Tauschbörse KaZaA bekannt, mit der sie sich in der Musikindustrie wohl eher viele Feinde als Freunde gemacht hatten. Vor diesem Hintergrund ist es ein wenig erstaunlich, dass neben zahlreichen Independent Labels wie FineTunes, IODA, K7, Orchard und Beggars Group die Majors Universal Music Group, Warner Music Group, EMI Music und Sony Music Entertainment mit im Boot sind. Das in San Francisco beheimatete Rdio gab es vor dem Deutschland-Start schon in den USA, Kanada und Brasilien.

Gratis-Test – ansonsten nur gegen Bezahlung

Im Gegensatz zum bereits etablierten Konkurrenten simfy gibt es hier kein monatliches Gratis-Kontingent unter Beimischung von Werbespots, sondern nur zwei kostenpflichtige Abonnements. Das Ausprobieren von Rdio ist dafür jedoch extrem unkompliziert. Man trägt einfach seine E-Mail-Adresse ein und bekommt einen Link zugesendet. Nun füllt man eine Handvoll Felder aus und kann sieben Tage lang kostenlos den Service ausprobieren. Alternativ nutzt man für die Anmeldung sein Facebook-Konto. Um Rdio erst einmal auszuprobieren, müssen keinerlei Zahlungsinformationen gegeben werden.

Die Hürde so niedrig zu hängen, ist nutzerfreundlich. Angesichts der schon vorhandenen und noch zu erwartenden Konkurrenz (etwa durch Spotify, dessen Deutschland-Start schon viele Musikfans erwarten) ist das auch besser so. Mein erster Eindruck ist fast durchweg positiv. Die Gestaltung ist übersichtlich, man findet sich gleich zurecht. Im Vergleich zu simfy wirkt die Website von Rdio fast schon überladen, aber die zusätzlichen Informationen sind durchaus sinnvoll. Für den eigenen Erfolg nennt der Streaming-Dienst drei Hauptfaktoren: neuartiges und schnelles Entdecken von Musik auf nahezu jedem Endgerät, kostengünstige uneingeschränkte Nutzung von Musik on- und offline sowie ein soziales Empfehlungssystem.

Welche Plattformen werden unterstützt?

Zuerst zur Technik: Der Service kann über Windows-PCs, Macs, das iPad und andere Media-Tablets, den iPod touch, Smartphones mit iOS, Android OS, BlackBerry OS und Windows Phone 7 sowie das Sonos Wireless HiFi System genutzt werden. Für die Nutzung via Webbrowser oder Desktop-Software reicht das günstige Abo für 4,99 Euro im Monat aus. Ansonsten wählt man das große Abo für monatlich 9,99 Euro. Damit kann man auf mobilen Endgeräten sogar offline vorher übertragene Songs hören. Wer seine Musik mit der Software iTunes organisiert, hat die Möglichkeit, die Songs aus der iTunes Bibliothek mit seinem Rdio Account zu synchronisieren. Das erspart zusätzlichen Aufwand.

Rdio kann mit verschiedenen Geräten genutzt werden
Rdio kann mit verschiedenen Geräten genutzt werden | Grafik: Rdio

Social Media hat bei Rdio einen hohen Stellenwert: >>Mit dem Klick der “Follow”-Funktion kann man die Musikauswahl des eigenen Netzwerkes, die des gesamten Rdio Netzwerks oder die von Musikinsidern verfolgen, ihre Tracks hören, mit ihnen gemeinsame Playlisten erstellen oder sich die Songauswahl der anderen zu eigen machen und via Facebook und Twitter weiterempfehlen<<, heißt es im Pressetext. >>Dieser Mechanismus ahmt nach, wie Musik immer schon verbreitet wurde: Von Mensch zu Mensch. Sowohl die Top-Charts des eigenen Netzwerkes (“Heavy Rotation”) oder aktuelle Neuerscheinungen – mit Rdio ist man in Sachen Musik immer up-to-date und profitiert vom Insider-Wissen anderer.<<

Musikgeschmack als Privatsache?

Ich empfehle zwar gerne gezielt Künstler, Lieder oder Alben weiter. Von einer umfangreichen Offenlegung des eigenen Musikgeschmacks und der eigenen Hörgewohnheiten rate ich dagegen ab. Ob man seinen Account bei Rdio also mit seinen Accounts bei Facebook, Twitter und last.fm verbindet, sollte man sich daher gut überlegen. Bei meinem Test habe ich leider keine Möglichkeit gefunden, wie man Informationen bei Rdio dort vor anderen Usern verstecken kann. (Tipps bitte in die Kommentare!) Man kann immerhin ein Pseudonym als Usernamen wählen und sein Profil gar nicht erst ausfüllen, aber das wäre dann ein sehr weitgehender Verzicht auf Social Media-Funktionen.

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
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