The Funk League – Funky As Usual

The Funk League aus Paris

The Funk League aus Paris | Foto via Herzog Promotion

Als The Funk League treten die Produzenten Hugo und Soulbrother Suspect mit einem gemeinsamen Album an, um jazzig-groovigen Hip-Hop-Sound aus den 90ern wieder aufleben zu lassen. “Funky As Usual” ist ein wunderbar entspanntes Album, das mit seinem organischen Sound in völligem Kontrast zu den aktuellen Trends im Hip-Hop steht.

Relaxt geht es selbst bei den schnellen Stücken des Longplayers zu, was nicht zuletzt dem weichen Sound des Albums geschuldet ist. Man sagt ja, eine Schallplatte klinge wärmer als eine CD. Ich war diesbezüglich immer misstrauisch und sehe mich durch “Funky As Usual” bestätigt – gerade weil das Album Schallplatten-Feeling bietet. Ich höre die Stücke als MP3-Dateien, es kann also nicht ein analoger Tonträger sein, der mir den Eindruck vermittelt, ich hätte meine 1210er wieder aufgebaut.

Cover Album "Funky As Usual" von The Funk League

Cover vom Album "Funky As Usual" von The Funk League | Grafik via Herzog Promotion

Klingt wie eine Schallplatte

Wer weiß, welche Tricks Hugo und Soulbrother Suspect aus ihrer DJ-Erfahrung in die Produktion haben einfließen lassen, um den Sound so hinzubekommen, auffällig ist zumindest das plattentypische Rauschen und leichte Knistern, von dem ich damals wohl nicht geglaubt hätte, ihn einmal zu vermissen. Wir können uns freuen, dass die beiden nach der Zusammenarbeit bei einigen Single-Produktionen für Künstler wie Diamond D und Large Professor ein eigenes Album aufgenommen haben.

The Funk League aus Paris

The Funk League aus Paris | Foto via Herzog Promotion

Die Rapper Diamond D und Large Professor zählen dann auch zu den Gäste auf “Funky As Usual”. Weitere Gäste sind Gift of Gab, Sadat X von Brand Nubian, Abdominal, Andy C von Ugly Duckling, Joyous Juice und Kylie Auldist von der australischen Deep Funk Band The Bamboos.

Hier passt alles zusammen

The Funk League ist es gelungen, “Funky As Usual” wie aus einem Guss klingen zu lassen, obwohl der Longplayer >>eine Kollektion von Grooves, die die drei jährige Zeitspanne<< ihrer Zusammenarbeit >>zu einem Tag zusammenfasst<< ist, wie es im Pressetext formuliert ist. >>Ein Tag im Leben zweier Funkateers, aber genauso eine Mischung ihrer Lieblingsstücke und Flows, zusammengemischt mit ihrer präzisen Produktions-Trademark, die durch Jazz, Fusion und sogar Brasilianische Musik geprägt ist. Dazu schaffen stimmige Sequenzen von Songs und Interludes durch das gesamte Album eine Atmosphäre, die den Hörer in einen entspannten Klangkosmos eintauchen lassen.<<

 

Gäbe es nicht den einen oder anderen Vers auf Französisch, käme man beim Hören des Albums nicht auf den Gedanken, dass es sich bei The Funk League um >>”Rare Groove” Connaisseure und leidenschaftliche Vinylsammler aus dem östlichen 20. Arrondissement in Paris<< handelt. Teilweise wird auf Gesang und Raps ganz verzichtet, ohne dass einem als Hörer etwas fehlen würde.

“Funky As Usual” von The Funk League erscheint am 27. Januar 2012 beim Label Favorite Recordings (Vertrieb: Indigo/finetunes). Mit einer Spielzeit von nur 43:04 min ist es für heutige Verhältnisse etwas kurz, egal welchen Sound aus früheren Zeiten man hochleben lässt, das kann nicht der Maßstab sein. Dafür gibt es auf “Funky As Usual” keine schwachen Tracks als Füllmaterial, auf die man als Musikhörer lieber verzichten würde. Aber es ist schade, dass The Funk League aus kurzen Tracks wie dem 40-Sekünder “Epilogue” keine vollwertigen Songs gemacht haben. Dafür gibt es aus künstlerischer Sicht bestimmt einen guten Grund, doch ich bedaure es trotzdem.

Tags: , , ,


Über Oliver Springer

Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.

Noch keine Kommentare.

Antworten