Nina Hagen – das weibliche Phänomen

BCB Logo hellNina Hagen meldet sich zurück! Die Frau, die in zwei deutschen Staaten ihre Reifeprüfung bestanden hat. Frech, weiblich, durchgeknallt kam sie immer daher. Die meisten Menschen werden mit den Jahren ruhiger, Nina erreicht das “Normale” nicht. Warum auch, ist doch eh langweilig! Wer will diese Powerfrau in einen Käfig sperren, und sei es noch so ein goldener. “Ich hab´keine Lust meine Pflicht zu erfüllen, für dich nicht, für mich nicht, ich hab´ keine Pflicht!” sang sie in ihrem westdeutschen Debütalbum Nina Hagen Band (1978) bezeichnenderweise in dem Song “unbeschreiblich weiblich”.

Dieses Album war für die damalige westdeutsche Musikszene stilprägend, Rock mit filigranen Einlagen, total direkte Texte von einer Fraugranate, die viele junge Frauen mitzog. Und meine Herren, wer wollte nicht der “Superboy” in dieser Zeit sein (ich hab´s versucht). Nach der zweiten LP mit dem Hammersong “African Reggae” löste sich die Anfangsformation auf und bescherrte uns die Herrenband Spliff. Das war einerseits schade, aber andererseits gut, ist aber eine andere Geschichte. Leider fand ich danach Nina Hagen in anderen Bandformationen musikalisch nie wieder so frisch und authentisch.

Nina, die Musikweltenwanderin

Dies allerdings nur bis zur Zeitreise in das Jahr 2011 (Nov11). Da ist sie plötzlich wieder rundum erneuert zurück, die grosse Wandlerin in den Musikwelten und kommt mit Protestliedern daher. Ihr neues Album heisst “Volksbeat“, u.a. mit Texten von Bertold Brecht, Wolf Biermann und Bob Dylan. Die Songs schwanken zwischen punkigem Rock, Ska im Style der 70ties, und dann wieder Balladen in der Tradition einer Hildegard Knef. Ja, Nina Hagen macht wieder was sie will, und das mit sichtlichem Vergnügen. Ehrlich gesagt gefallen mir die melancholischen, ruhigeren Stücke besser, wenn sie mit ihrem Sprechgesang die Geschichten erzählt. Mein Favorit ist der 14 und letzte Song “Nicht vergessen” von Curtis Mayfield.

Insgesamt ist “Volksbeat” ein sehr eigenwilliges, abwechslungsreiches Musikwerk mit tiefgründigen Texten ohne Mainstreamcharakter. Absolut keine perfekten Songs, aber gerade deswegen so reizvoll. Genaues, liebevolles Hinhören ist gefragt.

Und wie sie in dem Interview erzählt, möchte Nina Hagen noch sauviele Sachen machen. Na immer nur zu sage ich da, wir sind gespannt und drücken fest die Daumen, dass dies gelingt.

Mehr Infos: Nina Hagen (Volksbeat)

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Über gerdboettcher

Ich bin der Gründer des Bandscomeback-Portals und selber musikschaffender Member unter dem Künstlernamen-Blog Doc Ben G.. Als Redakteur schreibe ich Artikel für BCB und stehe bei Fragen als Ansprechpartner zu Verfügung.

2 Antworten to “Nina Hagen – das weibliche Phänomen”

  1. Johann 31. Januar 2012 bei 00:12 #

    Von Nina hat mann lange nichts neues gehört. Gerd meinst du es lohnt sich über ihr neues Album zu berichten?

  2. Gerd 31. Januar 2012 bei 11:09 #

    Hallo Johann, es ist die Frage, was du unter lohnen verstehst? Wir gehen nicht nur nach Traffic sammeln! Die neue Scheibe von Nina Hagen ist wirklich anders, und gegen den Mainstream der derzeitigen, aus meiner Sicht oft ziemlich langweiligen deutschen Musikszene.Es ist Musik zum genauen Hinhören, und z.B. keine Autofahrmucke. Ausserdem ist es bezeichnend, dass gerade die alten “Hasen” wie z.B. Udo Lindenberg die besten Sachen abliefern.

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