Hück jitt et – Kasalla

“Et jitt Kasalla” ist jetzt eine zweideutige Aussage in dem guten alten Kölle. Aus der Mundart ins Hochdeutsche übersetzt bedeutet dies einfach nur den Drohspruch: “es gibt Prügel!”. Seit kurzer Zeit kann das auch wörtlich übersetzt werden: “es gibt Kasalla”. Diese neue, junge Band aus Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, kölsche Lieder in der Tradition der alten Bläck Föss Songs (in der Zeit mit Sänger Tommy Engels) zu schreiben und zu präsentieren. Na klar, der Karneval wird natürlich mitgenommen, denn damit wird das Geld verdient. Und der Song “Pirate” hat absolut das Zeug in dieser Session ein Hit zu werden. Aber darauf lassen sich die Jungs nicht reduzieren. Für Kasalla gibt es nicht nur die 5 rheinische Jahreszeit, auch in den anderen 4 Jahreszeiten haben sie was zu sagen.

Denn die Songs sind nicht auf die Schnelle zusammengeschmiedet worden, die Ideen zu diesem Album sind schon länger in ihren Köpfen, auf Papier oder der digitalen Spur. Flo Peil (Gitarre) und Sebi Wagner (Bass) arbeiten schon seit 2004 als eingespieltes Team in der Band Peilomat zusammen. Ena Schwiers (Keyboard) ein Jugendfreund von Flo hat dann praktischerweise direkt den Schlagzeuger Nils Plum mitgebracht. Und last but not least im Kasalla-Bunde prägt der Sänger Bastian Campmann ausdrucksstark die 15 Songs auf dem Debütalbum “Et jitt Kasalla”. Stimmlich könnte man ihn zeitweise, gerade bei dem Lied “Pirate”, sehr mit Peter Brings verwechseln. Was bestimmt kein Nachteil ist!

Eins merkt der Zuhörer bei “Et jitt Kasalla” sofort. Das sind Musiker, die ihr Handwerk verstehen! Die Platte klingt unheimlich reif und dazu auch noch erfrischend mit vielen witzigen Ideen. Dialogfetzen vom Intro zu “Pirate” (zwei urkölsche Wasserschutzpolizisten unterhalten sich: “ich ston hinger dir…wo küst du dann her…von drusse…wir werde von Pirate anjejriffe…mach´se kapott”. Das ist so “herrlisch stoisch kölsche” Art, nach dem Motte “na und, et hät doch noch immer jot jejange”. Alle Kölner, verzeiht mir meine Schreibfehler, ich bin ´ne “Immi”, aber liebe diese Stadt.

Mit Käpt´n Jeck auf hoher See

Und dann kommt dieser tolle Song “Pirate” daher, mit Johnny Jeck und der Pappnas in der Totenkopf-Flagge. Ich finde, das wäre glatt einen Kinofilm mit dem Namen “Pirates of the Caribbean up Kölsch” wert. Dieser Song ist eine Hymne und wird einige Sessionen überdauern. Das Lied “Köllefornia” reiht sich nahezu nahtlos in das kölsche Gemüt ein. Der Klimawandel hat zugeschlagen, und in Köln lebt man jetzt tropisch am Meer. Egal, der Kölner hat sich eingerichtet, hauptsache Düsseldorf ist in den Fluten versunken. Mein dritter Favorit ist “Marie” eine wunderschöne Ballade von der zerflossenen Liebe, ein Herzschmerz-Ohrwurm ohne verstaubt zu wirken.Das kommt so authentisch rüber, das ich mich selber auf der Südbrücke mit dem Rücken Richtung Bonn singend sehe. Ich könnte die Liste der prima Songs auf diesem Album noch erweitern, aber das würde dann doch langweilen. Und deswegen sage ich ohne nachzudenken. Diese Scheibe ist heiss und unbedingt hörenswert.

Flaschenpost: Jetzt mache ich erstmal Urlaub, und vielleicht treffe ich ja Käpt´n Jeck und seine Mannen auf hoher See. Ich würde ihm dann auf die Schulter klopfen und sagen: “Häste joot gemaat.” Und ich komme rechtzeitig nach Köln zurück. Denn es gibt Kasalla im Karneval!

Mehr Infos unter:
Kasalla

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Über gerdboettcher

Ich bin der Gründer des Bandscomeback-Portals und selber musikschaffender Member unter dem Künstlernamen-Blog Doc Ben G.. Als Redakteur schreibe ich Artikel für BCB und stehe bei Fragen als Ansprechpartner zu Verfügung.

2 Antworten to “Hück jitt et – Kasalla”

  1. Dä Imperator 11. Januar 2012 bei 23:59 #

    Nette Review zu einem sehr guten kölschen Album. Im Übrigen: Es sind bei “Dä verkiehrte Knopp” (dem Intro zu “Pirate”) keine Wasserschutzpolizisten, sondern quasi Darth Vader und der Imperator. Ist aus einer Zusammenarbeit mit “huhkant” entstanden, der die unfassbar witzigen “Star Wars op kölsch”-Clips gesprochen hat, die auf Youtube kursieren.

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  1. Karnevalssender online als Webradio hören | Bandscomeback - 9. Februar 2012

    [...] Karneval in Köln, so viel ist sicher! Beim Mardi Gras in New Orleans dürften Karnevalshits der Band Kasalla wohl nicht zum Programm gehören. Ob deutsche oder internationale Karnevalsmusik, online stehen [...]

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