Trend zu legaler Nutzung von Musik

26. April 2012

Magazin

BCB Logo hellRund jeder vierte Onliner in Deutschland hat Erfahrungen mit illegalen Downloads, aber der Trend geht zur Nutzung legaler Angebote für Musik und Filme. Vor allem Gratis-Angebote werden von den Usern geschätzt.

Am heutigen 26. April ist der “Tag des geistigen Eigentums”, der auf eine Initiative der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) zurückgeht und schon im Jahr 2000 das erste Mal ausgerufen wurde. Aus diesem Anlass hat der Hightech-Verband BITKOM die Ergebnisse einer Umfrage zur Nutzung von Musik- und Videoangeboten im Netz veröffentlicht. Das Institut Aris hatte hatte im Auftrag des Verbands diesen Monat in Deutschland eine repräsentative Erhebung unter 1.300 Personen (davon über 1.000 Internetnutzer) vorgenommen.

Raubkopien rückläufig

Die Ergebnisse wertet der BITKOM als Beleg für einen Trend weg von illegalen und hin zu legalen Angeboten. 14 Prozent der befragten Internetnutzer nehmen mehr (legale) kostenlose Angebote als vor einem Jahr in Anspruch, 4 Prozent nutzen kostenpflichtige Angebote jetzt mehr. Lediglich 1 Prozent gab an, mehr Raubkopien als zuvor zu nutzen.

“Der Trend zu mehr legalen Musikstücken und Videos festigt sich nach und nach”, erklärte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf anlässlich des “Tages des geistigen Eigentums”, der heute begangen wird. “In den vergangenen Jahren hat der kommerzielle Download-Markt deutlich zugelegt. Zunehmend günstigere Angebote, gerade bei Songs, haben dazu beigetragen. Auch die Zahl legaler Gratis-Angebote wächst, zum Teil durch Nutzer-Inhalte auf großen Online-Plattformen.”

Mehrheit respektiert geistiges Eigentum

Nach eigenen Angaben haben 69 Prozent der Befragten noch nie illegale Downloads von Musik, Software oder Filmen durchgeführt. 12 Prozent gaben eigene illegale Downloads zu, 16 Prozent meinten, das solle ihr Geheimnis bleiben, und 2 Prozent gaben dazu gar keine Auskunft. Der BITKOM geht davon aus, dass ungefähr jeder vierte Nutzer des Internets schon einmal absichtlich illegal Downloads vorgenommen hat. Die Bevölkerungsmehrheit habe “ein Bewusstsein für das Interesse von Urhebern, ihr geistiges Eigentum zu schützen”, wie es in einer BITKOM-Pressemitteilung formuliert ist.

Zur aktuellen Urheberrechstdebatte sagte Kempf: “Wir müssen dafür sorgen, dass Kulturangebote in den neuen Medien sicher, bequem und zu fairen Konditionen nutzbar sind. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben rund um das Internet. Dafür müssen wir Instrumente wie Geräteabgaben oder pauschale Gebühren, die in der digitalen Welt nicht funktionieren, auf den Prüfstand stellen. Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass Kulturschaffende für ihre Anstrengungen weiterhin finanzielle Anreize haben. Sonst verarmt unsere kulturelle Landschaft. Nur weil ein Download immateriell ist, ist er noch lange nicht wertlos. Alles umsonst – das wird auch mit viel Phantasie keine echte Perspektive sein.”

Legale Angebote müssen unkompliziert sein

Ich bin zwar skeptisch, ob die Zahl derjenigen, die illegale Downloads vornehmen, nicht doch viel größer ist. Klar sollte indes sein, dass viele Onliner vor allem einfach und schnell an Musik, Videos und Software gelangen wollen. Kostenlose legale Angebote können als Alternative zu Raubkopien daher besonders leicht die Internetnutzer überzeugen. Wo bezahlt werden muss, entsteht schließlich zusätzlicher Aufwand für den User. Das ist keineswegs eine Rechtfertigung für illegale Downloads, sollte aber dazu anspornen, die Schwelle für legale Angebote noch niedriger zu hängen.

Zudem sollte bei Kaufdownloads von Videos der Kopierschutz aufgegeben werden, denn damit wird es einem als ehrlichen Käufer unnötig schwer gemacht, die Inhalte zu nutzen. Kauft man heute Musikdateien, liegen diese heute bei den meisten Shops als MP3 oder in einem anderen nicht kopiergeschützten Format vor. Bis sich die Musikindustrie zur Aufgabe des Kopierschutzes bei gekaufter Musik durchringen konnte, hatte es zu lange gedauert – aber immerhin entschied man sich schließlich für eine Lösung, die den Interessen der User gerecht wird. Das hat die Akzeptanz legaler Musikdownloads deutlich erhöht.

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Über Oliver Springer

Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.

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  1. Musik mitschneiden - Test: Radio.fx Pro 6 | Bandscomeback - 26. Juni 2012

    [...] leistungsfähigen Computer mehrere Songs pro Minute auf seiner Festplatte speichern kann – legal, denn Musik mitschneiden aus dem Radio ist schließlich nicht [...]

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