34,9 Prozent mehr Musik-Downloads von ganzen Alben

BCB Logo hellDer digitale Vertrieb von Musik entwickelt sich weiter gut in Deutschland: Um mehr als ein Drittel legten die Alben-Downloads binnen eines Jahres zu. Bei den Download-Umsätzen schlagen die Longplayer jetzt die Singles.

Der Bundesverband Musikindustrie e. V. und media control/GfK haben für die Branche und natürlich die Künstler ermutigende Zahlen für die erste Jahreshälfte präsentiert. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz mit „à la Carte Downloads & Realtones“ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent. Der Umsatzanteil von Download-Musik an den gesamten Musikverkäufen erhöhte sich von 14,4 auf 19,3 Prozent.

Interessant ist hier der starke Zuwachs bei Longplayern, der digitale Album-Verkauf stieg um satte 34,9 Prozent, sodass nun über die Hälfte der Umsätze mit Download-Musik auf Alben entfällt. Es ist gar nicht lange her, dass Alben online recht wenig gefragt waren und vor allem einzelne Tracks heruntergeladen wurden. Viele Bands fürchteten schon um das Album als Kunstform, die Musikwirtschaft sorgte sich um ihre Einnahmen, wenn sich die Konsumenten bloß noch einzelne Songs statt ganzer Alben kaufen würden. Das waren keine unberechtigten Sorgen, doch die neuen Zahlen belegen das weiterhin große Interesse der Musikfans an Alben.

CDs weniger gefragt, aber weiter dominant

Insgesamt blieben die Umsätze mit Musik in Deutschland stabil, es gab sogar ein minimales Plus in Höhe von 0,2 Prozent. Physische Tonträger waren weniger gefragt, ihr Verkauf sank um 5,4 Prozent. Dennoch steht allein das Format CD-Album noch für 72 Prozent der Umsätze im deutschen Musikmarkt. In den aktuellen Daten sind die Umsätze durch Streaming-Dienste leider noch nicht enthalten, sie werden später getrennt bekannt gegeben. Von der absoluten Größe her dürften sie derzeit noch zu vernachlässigen sein. Im ersten Halbjahr 2011 machten sie aber nur 2 Prozent aus. Ich bin allerdings gespannt, ob sich der der Eintritt einer Reihe neuer Dienste wie Rdio, Deezer und Spotify in den deutschen Markt schon deutlich bemerkbar macht.

„Jeder fünfte Euro aus Musikverkäufen in Deutschland wird mittlerweile digital erwirtschaftet. Damit befindet sich der deutsche Markt, in dem derzeit rund 70 legale Musikdienste im Internet zur Verfügung stehen, international auf einem digitalen Aufholkurs“, kommentiert Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. den aktuellen Markttrend. Typisch für den digitalen Vertrieb ist, dass aktuelle Ereignisse wie der Tod eines Stars sehr schnell einen Einfluss auf die Verkaufszahlen haben können.

Digitaler Markt reagiert schnell auf Ereignisse

Dazu Ulrike Altig, Geschäftsführerin media control: „Musik-Downloads spiegeln das aktuelle Geschehen sofort und unmittelbar wider, was sich z. B. nach dem Eurovision Song Contest oder während der Fußball-EM zeigte. Besonders erfreulich ist die Download-Performance nationaler Künstler. Im ersten Halbjahr stammten sieben der zehn meistverkauften digitalen Alben von deutschen Interpreten.“

Findet Ihr Euch da wieder? Ich gebe gerne Geld für „digitale Musik“ aus, an den letzten Kauf eines physischen Tonträgers kann ich mich nicht einmal erinnern, das ist einige Jahr her! Doch mich reizt an Musik aus dem Netz – ob als Download oder als Stream – gerade, dass ich alte Songs hören kann. Und nein, ich meine nicht die 70er, 80er und 90er, sondern eher die 20er, 30er und 40er. Selbst in den größten stationären Geschäften ist da kaum was zu finden. Erst das Internet macht es möglich, über alle Zeiten hinweg aus dem Vollen zu schöpfen.

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
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