Premium-Musikstreaming fließt ab sofort in die Deutschen Single-Charts ein

Die Plays bei kostenpflichtigen Musikstreaming-Portalen werden von jetzt an für die Ermittlung der von media control GfK erstellten deutschen Single-Charts gezählt. Werbefinanzierte Musikstreams werden hierbei nicht berücksichtigt.

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Seit Mai 2012 erhebt media control eigene Streaming-Charts für die bei Musikstreaming-Plattformen wie simfy, Rdio, Napster und Spotify von den Usern angehörten Tracks. Das zeigte bereits die gestiegene Bedeutung von Musikstreaming in Deutschland, doch wie der Bundesverband Musikindustrie heute mitteilt, fließt die Nutzung von Musikstreaming-Portalen nun sogar in die Ermittlung der allgemeinen bzw. offiziellen deutschen Single-Charts ein. Wer hätte den Streaming-Portalen vor einer Weile zugetraut, so relevant zu werden?

Maßgeblicher Trend

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI erklärt: „Das Musikstreaming zählt derzeit zu den maßgeblichen Trends der Musiknutzung. Um dieser wachsenden Bedeutung gerecht zu werden und das Musikgeschehen über alle Kanäle und Plattformen hinweg möglichst genau wiederzugeben, schließen wir fortan auch das Streaming in die Wertung der Top 100 Single-Charts mit ein. Damit verbessern wir nicht nur die Genauigkeit der Offiziellen Deutschen Charts als wichtigsten Gradmesser für den Erfolg von Künstlern und Bands, sondern unterstreichen zugleich ihren übergreifenden Charakter als wesentliches Alleinstellungsmerkmal.“

Im Unterschied zu den weiterhin ermittelten Streaming-Charts wird für den neuen Anteil in den offiziellen Top 100 ein Song nur gezählt, wenn er über ein bezahltes Premium-Angebot gestreamt wird. Das erscheint zunächst paradox, ganz besonders, wenn man bedenkt, dass es einige Anbieter gibt, die sowohl werbefinanzierte als auch kostenpflichtige Streams anbieten.

Seit 2007 keine reinen Verkaufscharts mehr

Mit Blick auf den 2007 erfolgten Wandel von Verkaufs- zu „Wertecharts“ ist es indes konsequent. Seit damals kommt es nicht mehr auf die reinen Verkaufszahlen, sondern auf die jeweils zugrunde liegenden Werte der Musikprodukte an. Kostenlose Streams, die über Werbung finanziert werden, finden deshalb keine Berücksichtigung.

Bis auf Weiteres wird das Musikstreaming nur für die Erstellung der Single-Charts und nicht für die Erstellung der Album-Charts herangezogen. Als Begründung wird genannt, dass es sich „beim Musikstreaming vorrangig um eine trackbasierte Nutzung“ handle. Ist das so? Ich höre beim Musikstreaming größtenteils ganze Alben. Wie macht Ihr das? Um gezählt zu werden, muss ein Lied übrigens mindestens 31 Sekunden lang abgespielt werden.

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
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