Musikstreaming noch nicht beim Durchschnittsbürger angekommen

Audiostreaming-Dienste wie simfy, Napster, JUKE, Spotify und WiMP erlebten letztes Jahr einen sehr starken Nutzerzuwachs. In der breiten Bevölkerung sind sie indes noch nicht angekommen.

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Zur Trendumkehr im Deutschen Musikmarkt mit erstmals seit 15 Jahren wieder steigenden Umsätzen haben Streaming-Angebote einen wichtigen Teil beigetragen. Musikstreaming trug 2012 erst 2,5 Prozent zum Gesamtumsatz bei, 2013 waren es bereits 4,7 Prozent. So beeindruckend das Umsatzplus von 91 Prozent in diesem Segment ist, so wenig werden Streamingdienste bisher vom durchschnittlichen Verbraucher genutzt.

Die Marktforscher von respondi haben Anfang des Jahres im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie eine „onlinerepräsentative“ Umfrage zu diesem Thema durchgeführt. Onlinerepräsentativ meint – kurz gesagt – dass die Ergebnisse repräsentativ für die Internetnutzer in Deutschland sind. Bei den im Folgenden genannten Zahlen ist also zu berücksichtigen, dass die rund 25 Prozent Offliner in Deutschland nicht berücksichtigt wurden.

Jeder zehnte Onliner zahlt für Streams

Abgefragt wurde, ob Musikstreaming und andere Formen des Musikhörens innerhalb der letzten sieben Tage mehr als Stunde genutzt wurden. Kostenpflichtige Streamingangebote wurden nur von 10 Prozent der Teilnehmer eingeschaltet, kostenlose immerhin von 14 Prozent. Radiostreams hörten 28 Prozent, 36 Prozent schauten Videostreams. Mit 52 Prozent deutlich mehr User hörten physische Tonträger, also wohl vor allem CDs. Musikdateien nutzten 59 Prozent, herkömmliches Radio 81 Prozent.

Grafik: Bundesverband Musikindustrie mit Daten der respondi AG
Grafik: Bundesverband Musikindustrie mit Daten der respondi AG

Beim Streaming von Musik scheint weiterhin viel Luft nach oben zu sein. Vermutlich fehlt es manchen Verbrauchern noch an Informationen zu diesem Thema. Im Rahmen seiner voriges Jahr gegründeten Initiative PLAYFAIR verweist der Bundesverband Musikindustrie deshalb anlässlich des Weltverbrauchertags am 15. März auf die Antworten zu den zehn wichtigsten Fragen zum Musikstreaming.

Hörgewohnheiten ändern sich

Dazu Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie: „Obwohl das Musikstreaming derzeit zu den meistdiskutierten Trends in der Musikwelt gehört, ist diese neue Option, Musik zu nutzen, in der breiten Bevölkerung noch nicht angekommen. Grund genug, im Rahmen der Initiative PLAYFAIR noch einmal die wichtigsten Fragen zum Streaming zu beantworten, um mögliche Unsicherheiten hinsichtlich der neuen Services aus dem Weg zu räumen. Für welche Art der Musiknutzung sich der Verbraucher dann am Ende entscheidet, ist eine höchst individuelle Frage, die sich neben den medialen Gewohnheiten zum Beispiel am Klangerlebnis oder dem Wunsch, eine eigene Sammlung aufzubauen, orientiert. Gerade an der starken CD, der stabilen Download-Nach-frage oder dem Retrotrend zum Vinyl lässt sich dabei ablesen, wie viele unterschiedliche Bedürfnisse im Markt existieren und dass nicht das eine Angebot für alle gleich gut passt.“

In den nächsten Jahren wird das Streaming von Musik voraussichtlich viele neue Fans gewinnen. Im Zusammenhang mit den 2013er Zahlen zum deutschen Musikmarkt verwies der Bundesverband Musikindustrie nämlich auf eine Prognose der GfK. Danach soll das Streaming bereits im Jahr 2018 für 35 Prozent der Umsätze sorgen.

Wie seht Ihr die weitere Entwicklung und welchen Stellenwert haben Musikstreamingdienste derzeit für Euch?

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
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