Wer kauft CDs, wer bevorzugt Schallplatten und wer streamt die Musik lieber?

56 Euro gibt ein Musikkäufer in Deutschland pro Jahr für Musik aus. Das ist eine von unüberschaubar vielen Zahlen aus dem gerade erschienenen Bericht des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), der passenderweise „Musikindustrie in Zahlen 2013“ heißt.

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Angesichts der enormen Bedeutung von Musik im Alltag der Menschen erscheint der Betrag von 56 Euro bereits klein. Pro Monat macht das nur 4,67 Euro. Zum Vergleich: Selbst wer keinen einzigen Song kauft und sich lediglich für zu Hause am Computer (also nicht auf mobilen Endgeräten) das günstigste Abo eines Musikstreamingservices wie simfy, Rdio, rara.com oder Deezer leistet, gibt bereits überdurchschnittlich viel Geld aus. Solche Abos beginnen bei Preisen ab 5 Euro im Monat, sodass man damit bereits auf jährliche Ausgaben von 60 Euro kommt.

Man sollte übrigens nicht vergessen, dass die 56 Euro nur der Durchschnittswert derjenigen ist, die überhaupt Geld für Musik ausgeben und der Wert pro Einwohner damit niedriger ausfällt. In der Presseinfo nennt der BVMI dazu keine Zahl, aber vielleicht ist die ja in „Musikindustrie in Zahlen 2013“ zu finden. Die PDF-Version könnt Ihr kostenlos beim Verband herunterladen.

5 Prozent der Käufer sorgen für fast die Hälfte der Umsätze

Schätzt doch mal: Wie hoch ist der Anteil der „Intensivkäufer“, die wenigstens 80 Euro jährlich für Musik ausgeben? Nur knapp fünf Prozent! Und die sorgen für fast die Hälfte der gesamten Musikumsätze in Deutschland. Aber mal ehrlich, von einem Intensivkäufer würde ich eher bei 80 Euro im Monat sprechen, nicht im Jahr! Zu dieser Gruppe gehören laut BVMI übrigens hauptsächlich Männer.

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI: „Eine maßgebliche Herausforderung der Musikindustrie wird in Zukunft auch darin liegen, den Kuchen wieder zu vergrößern und aus der nach wie vor hohen Anzahl an Nichtzahlern wieder zahlende Kunden zu machen. Hier lohnt sich ein detaillierter Blick in die einzelnen Musikformate, der verdeutlicht, dass eben nicht das eine Medium für alle passt, sondern je nach den medialen Gewohnheiten vom Vinyl bis zur Cloud ganz unterschiedliche Bedürfnisse vorliegen. Gerade in dieser vielschichtigen Nachfrage liegt auch für den Markt ein großes Potenzial.“

Frauen kaufen (fast) keine Schallplatten

Für sein neues Jahrbuch hat der BVMI zum ersten Mal >>kurze soziodemografische Profile für die verschiedenen Wege, Musik zu nutzen, dargestellt<<. Es zeigt sich, dass nicht nur die Intensivkäufer überwiegend männlich sind. Obwohl die Reichweiten gleich groß sind, sind es bei allen Musiknutzungsformen die Männer, die den größten Teil der Umsätze beisteuern. Extrem ist dies im Bereich Schallplatten, wo Männer für 95 Prozent der Umsätze sorgen.

Für 60 Prozent der Umsätze durch Vinyl-Verkäufe sorgen Käufer zwischen 30 und 49 Jahren. Erstaunlich ist die wachsende Beliebtheit von Schallplatten bei den 20- bis 29-jährigen Musikkäufern: Sie sorgen zwar lediglich für 18 Prozent der Vinyl-Umsätze, aber 40 Prozent aller Vinyl-Käufer befinden sich in dieser Altersgruppe.

Immerhin: Mehr als drei von vier Deutschen haben letztes Jahr wenigstens eine CD gekauft. Die höchsten Umsätze stammen hier ebenfalls aus der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre. Die Käufer dieser Altersklasse sorgten für 47,9 Prozent der CD-Umsätze. Erst 11 Prozent der Deutschen kauften 2013 Songs als Download. Download-Käufer sind etwas jünger als der durchschnittliche Musikkäufer, vor allem die 20- bis 49-jährigen Käufer sorgen für Umsätze.

Junge Hörer wollen es umsonst

Obwohl noch nicht im Mainstream angekommen hat Musikstreaming zuletzt stark an Bedeutung gewonnen und es sind nicht allein die jungen Musikfans, die Musik streamen. Allerdings nutzen Musikhörer unter 30 Jahren besonders stark über Werbung finanzierte Gratis-Musikdienste, während die User der Premium-Streamingdienste überwiegend zwischen 20 und 49 Jahre alt sind. >>Auch beim Streaming sind die Männer mit zwei Dritteln der Nutzer noch deutlich vor den Frauen mit nur einem Drittel<<, betont der Verband einen auffälligen Unterschied beim Medienkonsum.

Wie viel Geld habt Ihr Euch Musik letztes Jahr kosten lassen? Welches Format bevorzugt Ihr bzw. wofür habt Ihr 2013 am meisten ausgegeben?

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
Kontakt: Webseite

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