Trend zur vernetzten Musikanlage

Kein technisches Gerät bleibt allein. Dieser allgemeine Trend zur Vernetzung macht sich im Bereich Musikanlagen recht spät bemerkbar, aber zuletzt interessierten sich die Verbraucher deutlich stärker für netzwerkfähige Hi-Fi- und Stereoanlagen, wie Daten von Marktforschern zeigen.

Logo von Bandscomeback
Logo von Bandscomeback

Für die Mehrheit der Verbraucher dürfte es nach wie vor wichtiger sein, dass ihre neue Musikanlage einen CD-Player besitzt und analoge Radiosender empfangen kann. Der Tod der CD scheint trotz der starken Anstiege bei Kauf von Musikdateien und Streaming fern zu sein.

Wer im Jahr 2014 eine neue Anlage kauft, sollte indes dreimal überlegen, ob er auf Vernetzungsmöglichkeiten tatsächlich verzichten möchte. Das gilt nicht zuletzt mit Blick auf den Umstand, dass Altgeräte üblicherweise nicht gleich entsorgt oder verkauft/verschenkt werden, sondern als Zweit- oder Drittgeräte weiter im Einsatz bleiben.

Die Musikhörer stellen sich um

Im vorigen Jahr wurden in Deutschland 288.000 netzwerkfähige Hi-Fi- und Stereoanlagen verkauft, was einen Anstieg um 85 Prozent bedeutet. Die Umsätze stiegen nur um 46 Prozent auf 79 Millionen Euro. Das deutet darauf hin, dass vernetzte Musikanlagen kein teurer Luxus mehr sind. Zu der genannten Kategorie zählen beispielsweise kleine Komponentensysteme, welche dank eines Netzwerkanschlusses auf Radio- oder sonstige Musikstreamingdienste im Internet zugreifen können.

Es hat sich einiges getan | Grafik: gfu (via E-Mail)
Es hat sich einiges getan | Grafik: gfu (via E-Mail)

Im Vergleich mit analogem UKW-Radio und selbst DAB+ sowie digitalem Kabel- und Satellitenradio ist das Angebot im Internet sehr, sehr viel größer. Statt einigen Dutzend oder einigen Hundert sind einige Zehntausend Radiosender zu empfangen. Der Durchschnittshörer mag kein Verlangen nach Radiostreams aus Ländern haben, deren Namen er gar nicht kennt. So gut wie jede Radiostation aus Deutschland lässt sich online aber ebenfalls finden.

Stark an Bedeutung gewonnen haben zuletzt Musikstreamingdienste wie Spotify, Napster, Deezer, Rdio und JUKE, welche Millionen von Songs für den individuellen Abruf bereithalten. Beim Musikanlagenkauf sollte die Frage, welche dieser Portale mit dem ins Auge gefassten Gerät genutzt werden können, unbedingt geklärt werden.

Eine Alternative kann sein, den gewünschten Dienst via Smartphone oder Tablet zu nutzen und die Musik via WLAN zur netzwerkfähigen Musikanlage zu streamen. Wer zu Kompromissen bei Komfort und Klang bereit ist, kann eine Musikanlage ohne Vernetzungsmöglichkeit übrigens über ein altes Smartphone dazu bringen, die Streams von Radiosendern und Musikportalen abzuspielen: Über den Kopfhörerausgang lässt sich das mobile Endgerät, für das es die passenden Apps gibt, per Kabel mit dem Aux-Eingang der Musikanlage verbinden. Eine SIM-Karte braucht man dafür nicht, und ein ungenutztes altes Smartphone kann so sinnvoll weiterverwendet werden. Fürs Wohnzimmer möchte man so eine Lösung eher nicht, aber für die Küche beispielsweise ist das sehr interessant.

Die Musik kommt nicht immer aus dem Internet

Bei Vernetzung sollte man nicht nur ans Internet denken. Netzwerkfähige Musikanlagen sind etwa außerdem solche, die über das heimische WLAN mit einem „zu Hause gelagerten“ Musikarchiv verbunden sind. >>Immer mehr Musikliebhaber speichern ihre tönenden Schätze auf Netzwerk-Festplatten oder in Computerarchiven wie iTunes<<, schreibt die gfu in ihrer Pressemitteilung. >>Diese Art der Aufbewahrung löst mehr und mehr die wandfüllenden Tonträgerregale ab.<<

Um die Musik aus dem eigenen Archiv zu hören, bedarf es nicht unbedingt einer kompletten Hi-Fi-Anlage, unter Umständen reicht ein WLAN-fähiger Aktiv-Lautsprecher. >>Apps für Smartphones und Tablets erleichtern die Bedienung: Sie finden die auf Festplatten und Computern gespeicherten Musikdateien, sortieren sie zu übersichtlichen Katalogansichten und steuern die Wiedergabe<<, erklärt die gfu die Vorteile. Entscheidend sind hier internationale Standards wie DLNA und UPnP für die Kommunikation der Geräte untereinander.

„Musikgenuss aus dem Internet ist ein schon seit Jahren anhaltender Trend“, stellt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, fest. „Und mit den Bedien-Apps auf mobilen Kommunikationsgeräten wird die Nutzung von Festplattenarchiven im Heimnetzwerk immer einfacher. So ist die wachsende Beliebtheit von vernetzbaren Audio- und HiFi-Geräten nur folgerichtig: Die Musik spielt heute im Netz, die jüngsten Marktdaten bestätigen das eindrucksvoll.“ Bei Musikvideos bietet Vernetzung übrigens ebenfalls Vorteile, lest dazu unseren aktuellen Test zur Nutzung der Apps von VEVO und YouTube mit dem Chromecast-Stick von Google!

Spielt Heimvernetzung für Euren Musikkonsum bereits eine Rolle?

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
Kontakt: Webseite

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website benutzt Cookies. Wenn Du die Website weiter nutzt, stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Bitte beachte unsere Informationen zum Datenschutz! Link zum Datenschutzhinweis

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen