Musik hören in Deutschland: Radio bleibt die Nummer eins

Drei von vier Deutschen hören Musik regelmäßig im Radio, zwei von drei legen CDs ein und MP3s nutzt kaum mehr als die Hälfte. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Menschen in Deutschland beim Musikgenuss am Gewohnten hängen.

Logo: deals.com
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Musikfans leben in einer großartigen Zeit, denn die Möglichkeiten zum Entdecken neuer Musik und die Vielfalt der Medien ist heute so groß, wie man sich das gegen Ende des 20. Jahrhunderts kaum vorzustellen vermochte. Tatsächlich verhalten sich die meisten Musikhörer in Deutschland allerdings so, als ob nicht 2015, sondern erst das Jahr 2000 wäre.

Radiosender, CDs, MP3s

Dieser Gedanke kommt mir jedenfalls beim Blick auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Rabatt- und Gutscheinportals deals.com. Mit Abstand die beliebteste Quelle für Musik ist das Radio: 73 Prozent schalten regelmäßig das Radio ein, um Musik zu hören. Mit 64 Prozent liegen CDs auf Platz zwei und digitale Musikdateien (hauptsächlich MP3s) gehören für 55 Prozent zum Alltag. An Music Clips auf Videoportalen wie YouTube, Vimeo und tape.tv haben sich 43 Prozent der Befragten gewöhnt, und sogar das vor Jahren totgesagte Musikfernsehen mit Programmen wie VIVA und MTV wird von mehr als jedem vierten Teilnehmer (28 Prozent) genutzt.

>>Doch während Videostreaming-Dienste wie Watchever, maxdome oder Netflix hierzulande boomen, hinkt Audio noch hinterher: Nur jeder Achte nutzt kostenpflichtiges Musikstreaming (12 Prozent) – immerhin jeder Vierte (26 Prozent) gibt sich mit den kostenlosen Kontingenten von Spotify & Co. zufrieden“, heißt es in der Pressemitteilung von deals.com. Musik-TV-Sender haben also mehr Nutzer als Gratis-Angebote für Musikstreaming. Die kostenpflichtigen Dienste liegen mit ihren 12 Prozent sogar nur knapp vor Musikkassetten mit 9 Prozent und klar hinter Schallplatten mit 16 Prozent.

Bezahlen? Ja, aber nicht viel!

Allerdings deutet die Befragung auf ein großes Potenzial von Musikstreaming hin: Lediglich 6 Prozent der User von Gratis-Streaming-Angeboten können sich überhaupt nicht vorstellen, Geld für ein Streamingangebot auszugeben. Die große Mehrheit zeigt sich grundsätzlich zahlungsbereit, aber knauserig: >>Die Deutschen sind im Schnitt lediglich bereit, monatlich 3,70 Euro für unbegrenzten Musikgenuss auszugeben. Unter den derzeitigen Bezahlabonnenten liegt die Schmerzgrenze mit fast 9,00 Euro deutlich höher – allerdings immer noch unter den derzeit angebotenen Mindesttarifen von Spotify oder Deezer und nur knapp über dem aktuellen Angebot von Google Play Music<<, stellt deals.com fest.

Welche Geräte kommen zum Einsatz?

Internetstreams von Radiosendern nutzt jeder dritte Befragte (34 Prozent). Das Medium Radio ist also noch beliebter als der zuerst genannte Wert von 73 Prozent für klassischen Radiokonsum vermittelt. Trotzdem überrascht es mich, dass der Computer das beliebteste Gerät für Musikwiedergabe ist.

Beliebteste Wiedergabegeräte laut Umfrage:
1. PC / Laptop 25 %
2. Radio (außer Autoradio) 19 %
3. Stereo-Anlage 14 %
4. Handy / Smartphone 13 %
5. Autoradio 12 %
6. MP3-Player / iPod etc. 11 %
7. Fernseher (Musik-Sender) 3 %
8. Tablet 2 %

Über diese Einordnung lässt sich jedoch streiten, denn warum wird beispielsweise das Autoradio nicht allgemein zu Radio gezählt? Und was ist mit den Musikhörern, die MP3s auf ihrem Smartphone speichern und dann im Auto ihr Telefon mit dem Autoradio koppeln?

Fast jeder Dritte besucht Konzerte

30 Prozent der Befragten besuchen regelmäßig Konzerte. Das ist eine gute Nachricht für Musiker, denn Live-Konzerte können für Bands finanziell sehr attraktiv sein. Zudem bietet sich bei den Events die Chance, durch den Verkauf von Fanartikeln aller Art zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Wer das richtig angeht, verdient damit gutes Geld.

Dennoch bleibt der allgemeine Geiz der Musikhörer ein Problem. Das macht sich nicht nur daran fest, dass die große Mehrheit nicht bereit ist, für eine Auswahl von 20 bis 30 Millionen Songs 5 Euro im Monat auszugeben. Wovon sollen die Musiker und die vielen anderen in der Branche leben? Aber Musik hören, das wollen sie alle, denn um eine letzte Zahl aus der Befragung zu nennen: 98 Prozent der Menschen in Deutschland hören gerne Musik. Positiv betrachtet ist die Nachfrage gigantisch und steckt noch viel Musik im Markt.

Über Oliver Springer 368 Artikel
Ich bin Blogger und schreibe neben Musik über Themen wie Web 2.0, Mobilfunk und Kaffee.
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